Reise blog von Travellerspoint

Ha Long Bay

semi-overcast 19 °C

Nach dem aufregenden Hanoi wollten wir ursprünglich nach Sa Pa fahren, ein Dorf in der nordwestlicher Grenzprovinz Lao Cai. Da es dort im Winter zwischen 15 °C und unter 0 °C erreichen kann, wollten wir erstmal abwarten wie die Wetterprognosen für die nächsten Tage so aussahen. Nachdem es um die 0 °C haben sollte und wir keine lust mehr hatten zu frieren, haben wir uns gegen eine Fahrt nach Sa Pa entschieden und besuchen die Landschaft dann einfach bei unserer nächsten Vietnamreise ;)

So ging es nach Hanoi weiter nach Vịnh Hạ Long (Halong Bucht) im Norden Vietnams, wo nach offiziellen Angaben 1969 Kalkfelsen aus dem Wasser ragen. 1994 erklärte die UNESCO die Bucht zum Weltnaturerbe.

Es gab für uns mehrere Möglichkeiten, um von Hanoi nach Ha Long Bay zu kommen:
- Persönliches Shuttle für 95$ organisiert vom Hotel in Ha Long Bay
- Shuttle Bus für 19$ pro Person
- Public Bus für 4$ pro Person

Möglichkeit 1 und 2 erschienen uns zu teuer und für den Public Bus hätten wir erst mit dem Taxi zur Bushaltestelle und dann nach Ankunft in Ha Long Bay City mit dem Taxi zum Hotel fahren müssen. Wir entschlossen uns also, einfach bei unserem Hotel in Hanoi zu fragen, ob sie uns weiterhelfen könnten. Tatsächlich hat die sehr engagierte Mitarbeiterin an der Tourist Information innerhalb kurzer Zeit eine super Möglichkeit für uns gefunden: Sie hat uns in einem Bus von einer Schifffahrts-Firma untergebracht, der uns an unserem Hotel in Hanoi abgeholt hat und direkt bei unserem nächsten Hotel auf einer Insel bei Ha Long Bay absetzte. Preis: 6$ pro Person für eine 4 Stunden Busfahrt. Die Strecke betrug zwar nur ca. 160km, aber die Straßen in Vietnam sind nicht sonderlich gut ausgebaut und teilweise in sehr schlechtem Zustand. ( Zwar lange nicht so schlimm wie auf Jamaica, aber trotzdem mussten wir oft sehr langsam durch Schlaglöcher und Baustellen fahren ).
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Von unserem Hotel auf der Insel Tuần Châu hat man eigentlich einen sehr schönen Ausblick auf die vielen kleinen Insel in der Halong-Bucht. Wäre da nicht der Smog… Es ist wirklich schlimm. Selbst bei wolkenlosem Himmel und Sonnenschein, ist die Sicht enorm getrübt.
Wer also mit dem Gedanken spielt die Halong Bucht, oder auch generell den Norden Vietnams, zu besuchen, sollte sich überlegen ob er den Regen im Sommer (Regenzeit in Vietnam bei rund 30 °C) in Kauf nimmt, der den Smog abregnet, um eine bestimmt viel bessere Sicht zu haben.

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Momentan in der Winterzeit ( Trockenzeit ) lohnt sich kaum eine Schifffahrt durch die Kalkfelsen, die teilweise mehrere hundert Meter hoch aus dem Wasser ragen. Wir haben uns deshalb auch gegen eine Solche entschieden, und sind "nur" mit der Fähre von Tuần Châu auf die Insel Cát Bà gefahren. Hierbei fährt man auch durch die dicht bewachsenen Kalkfelsen.

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Die Überfahrt dauert ca. 50min und kostet 1,74€ pro Person. Dort angekommen ging es dann für 0,70€ mit dem Bus innerhalb von 45min nach Cát Bà City. Eine immer mehr touristisch ausgelegte Stadt, die allerdings sonst wenig zu bieten hat.
Auf unserem Plan stand dann noch einen Besuch des Cát Bà National Parks in der Mitte von Cát Bà. Wir entschieden uns für den Weg zum Ngu Lam Peak. Die Wege sind hier wirklich schön angelegt, aber auch herausfordernder als alles Bisherige auf der Reise.

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So mussten wir teilweise steile Steinwände erklimmen, und über rostige Leitern aufsteigen, bis wir schließlich am Gipfel angekommen sind und einen wunderschönen Blick über den Park genießen konnten ( Man beachte den schönen Smog, der in den Sommermonaten sicherlich nicht so stark ist ^^ ). Leider haben wir keine Schlangen, Eidechsen oder den sehr seltenen Goldkopflangur, eine der weltweit bedrohtesten Affenarten, zu Gesicht bekommen.

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Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück auf unsere Insel Tuần Châu.
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An dieser wird stellenweise übrigens intensiv gebaut. Es gibt einen kuriosen Bebauungsplan, der die Insel in modernem Glanz erstrahlen lassen soll:
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Allerdings wird so etwas in Vietnam generell wohl immer erst geplant und angefangen, bevor man sich Gedanken darüber macht, ob es realisiert werden kann und ob Geld dafür vorhanden ist. Als erstes entstehen anscheinend die Straßen zu den Baugebieten, die dann aber nach scheinbar mehreren Jahren der Nicht-Nutzung wieder zerfallen. An vielen Stellen wurde mit dem Hausbau begonnen um dann einfach mittendrin abzubrechen. So stehen überall angefangene Häuser, die nicht weiter gebaut werden, da wohl das Geld ausgegangen ist. Am Hafen von Tuần Châu steht schon ein großes Neubau-Viertel, allerdings sind die Häuser und Wohnungen leerstehend, da scheinbar niemand dort wohnen möchte. Im völligen Größenwahn hat man dann sogar einen Freizeitpark errichtet, der nicht besucht wird und in sich verfällt.

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Am Ende noch ein paar Worte zur Ha Long Bay als Touristenattraktion:
Der Smog trübt die Freude ( im wahrsten Sinn des Wortes ) enorm, zudem sind täglich so viele Boote mit Touristen unterwegs ( haben wir vom Hotel aus gesehen ), dass man sich vorkommen muss wie im Stau auf einer Autobahn ^^. Das Wasser ist stark verschmutzt ( Ölfilm, Müll im Wasser ), und die meisten Fischerboote machen einen enormen Lärm ( und jagen natürlich ungefiltert ihre Abgase in die Luft ).

Trotzdem ist die Natur beeindruckend, und wir hatten eine schöne Zeit hier!

Nun noch ein paar Infos zu Vietnam und den Einwohnern:
Der Durchschnittsverdienst liegt hier bei ca. 100-150 USD. Daher ist es so gut wie unmöglich für die Vietnamesen sich ein eigenes Auto zu leisten. Zudem fallen Autos nochmal unter extra Steuern und Importzölle, was ein 10.000€ teures Auto hier ca. 30.000€ kosten lässt. Daher ist es nur verständlich, dass jeder ein Moped fährt. Und weil man keinen Pickup, Transporter oder Kombi hat, wird einfach ALLES auf dem Moped transportiert. Und mit "ALLES" meine ich wirklich "ALLES". Unser Busfahrer hat uns erzählt, dass selbst "lebende/betäubte" Kühe und Stiere auf Mofas transportiert werden. Bisher war der Transport einer Kühltruhe das Lustigste, was wir zu Gesicht bekommen haben, aber für die Vietnamesen ist das natürlich Alltag ;)
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Aufgrund des geringen Verdienstes, sind natürlich auch die Lebenshaltungskosten sehr gering.
Essen im Restaurants gibt es ab 1,50€ (natürlich nach oben offen je nach Qualität und Art). Bier (0,5L) im Restaurant kostet 50ct, Cola ist etwas teurer. Wasser (1,5L) gibts ebenfalls für 50ct. Bustickets sind wie oben geschrieben für uns sehr günstig, für Einheimische allerdings sehr teuer. Taxifahrten kosten 50ct pro Kilometer (ab 20km wird der Tarif günstiger), allerdings wird man hier sehr gerne abgezockt. Wir haben einmal vorab einen Preis ausgehandelt: 1,80€ für 3km (und selbst das war schon zu teuer). Der Taxifahrer wollte, nachdem er uns abgesetzt hatte, auf einmal kein Englisch mehr verstehen und hat für die Fahrt den doppelten Preis verlang. Weil man sich wegen 1,80€ dann auch nicht 10min rumstreiten will, gewinnt am Ende natürlich der dreiste Taxifahrer...

Aber das war wirklich die Ausnahme! Alle anderen Vietnamesen waren bisher ausgesprochen nett und zuvorkommend! :)

Viele Grüße!
Johannes ( und Tanja )

Eingestellt von TanJo 05:59 Archiviert in Vietnam Tagged ha_long_bay Kommentare (0)

Hanoi - ( wörtlich: Stadt innerhalb der Flüsse )

semi-overcast 17 °C

Von Shanghai sind wir gestern nach Hanoi (Hauptstadt von Vietnam) geflogen. Für die gesamte Strecke (Hotel Shanghai – Hotel Hanoi) haben wir über 14 Stunden gebraucht, weil von Star Alliance keine Direktflüge angeboten werden. Deshalb mussten wir erstmal wieder zurück nach Seoul (3 Stunden Aufenthalt) um von dort nach Hanoi zu fliegen. Dabei haben wir natürlich direkt den Luftraum von Shanghai passiert ^^. Naja, ein Direktflug hätte uns rund 250€ pro Person extra gekostet, die wir bestimmt noch sehr gut für andere Sachen gebrauchen können :).

Im Flieger nach Seoul saß eine ältere Dame neben uns und wir konnten einen Blick auf ihre Flugdaten werfen, als Sie nach der Abflugzeit ihres Anschlussfluges nach L.A. geschaut hatte, und konnten es fast nicht glauben: Für zwei Flüge (Shanghai-Seoul und Seoul – L.A.) hat Sie doch tatsächlich 1834.20$ bezahlt … das ist fast die Hälfte vom Preis unseres Around-the-World-Tickets ^^ Da hätte Sie doch lieber mal ihre Enkel nach einem günstigeren Angebot suchen lassen sollen...

Angekommen am Flughafen mussten wir erstmal unsere Visa abholen: Diese kann man vor der Reise z.B. bei einer Agentur problemlos beantragen. Natürlich kann man auch selbst ein Visum am vietnamesischen Konsulat erhalten, was natürlich günstiger ist – aber das Konsulat ist in Berlin und dazu hätten wir entweder nach Berlin fahren müssen, was zeittechnisch nicht ging, oder die Reisepässe nach Berlin schicken, was uns zu riskant erschien. Deshalb haben wir eine Agentur beauftragt uns ein sogenanntes Visa-on-arrival zu organisieren, das man dann direkt am Flughafen abholt. Unsere Agentur ITI-Holiday, können wir nur empfehlen. Sie reagieren sehr schnell auf Emails und unseren „Abholschein“ hatten wir innerhalb von 3 Tagen (www.visum-für-vietnam.de - Kosten: 16€ pro Person). Für unsere Zwecke haben wir ein Business-Visum erhalten: 90 Tage Aufenthalt bei einmaliger Einreise (Kosten am Flughafen fürs Visum im Pass: 45$ pro Person) - das wir gar kein Business "machen" interessiert hier niemanden ^^

In Hanoi haben wir in einem sehr kleinen Hotel mitten in der Altstadt von Hanoi, auch „Viertel der 36 Gassen“ genannt, gewohnt. Im Fall von Hanoi hat es sich gelohnt ein Hotel in der Innenstadt zu buchen, in der sich alles Sehenswerte konzentriert und somit fußläufig zu erreichen ist :).
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Hanoi ist eine bunte Stadt mit viel Trubel und Lärm. Überall Menschen und noch viel mehr Mopeds ^^.
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Strassenüberquerungen haben dennoch erstaunlich gut funktioniert – einfach Augen zu und durch ... allerdings sollte man, wenn man sich hier länger aufhält, auf jeden Fall so eine Atemmaske tragen, wie es die meisten Vietnamesen tun, denn der Gestank der vielen Mopeds und Autos geht extrem auf die Lunge und das haben wir nach nur zwei Tagen schon bemerkt. Auch der Smog von den umliegenden Kohlekraftwerken und anderen Fabriken ist deutlich zu spüren/sehen. Jedoch nicht ganz so stark wie die letzten Tage in Shanghai.
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Wenn man nicht so auf die Hygiene achtet, kann man tolle Sache an der Strasse auf kleinen Kinder-Plastik Stühlen essen.
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Dabei ist es durchaus üblich die Zutaten direkt auf dem Gehsteig zu schneiden – und der wurde davor bestimmt nur sporadisch gesäubert … Nichts desto trotz haben wir in so einem „Restaurant“ auf Vorschlag der sehr netten Hotelangestellten eine Art Frühlingsrolle mit Krebsfleisch gegessen – sehr, sehr lecker :) und stärkt bestimmt das Immunsystem…
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Zwei Tage reichen für Hanoi vollkommen aus, dann hat man alles gesehen. Wenn man nicht so wie wir immer wieder faul in Kaffees oder Bars sitzt schafft man es bestimmt auch in einem Tag :)
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Alles in allem hat es uns beiden gut gefallen und es war ein toller Start unserer Vietnam-Tour :)
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Ach ja: Für asiatische Touristen sind auch wir eine Sehenswürdigkeit, mit der sie sich gerne fotografieren lassen!
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Viele liebe Grüße nach Hause
Tanja (und Johannes)

Eingestellt von TanJo 21:14 Archiviert in Vietnam Tagged hanoi Kommentare (1)

Shanghai

semi-overcast 5 °C

Wir hatten uns entschlossen direkt nach unserer Ankunft am Flughafen den Transrapid in Richtung Hotel zu nehmen. Dieser kostet war 6€ und ist damit ca. 10,5 mal so teuer wie die Metro, legt dafür aber einen großen Teil der Strecke ohne Zwischenstopps zurück. Leider war es nicht so spektakulär wie wir gehofft hatten. Den Großteil der Zeit verkehrt er mit gedrosselter Geschwindigkeit von 300km/h und nur in 2 kleinen Zeitfenstern á 45min pro Tag mit der Höchstgeschwindigkeit (450km/h). Mit 300km/h, mäßiger Beschleunigung und abgenutzten Sitzen, konnten wir keinen großen Unterschied zu einem ICE feststellen. Daher haben wir bei der Rückfahrt zum Flughafen auch die normale Metro genommen. Die braucht für die gleiche Strecke die der Transrapid in 8min zurücklegt jedoch 43min :)

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Bei der Ankunft im Hotel gab es auch das erste Mal auf der Reise ein Problem: Das Internet im Zimmer funktionierte nicht. Die Angestellten waren sehr hilfsbereit und boten uns gleich einen Zimmer-Tausch an, aber um 23 Uhr war uns das zu stressig. Am nächsten Tag in der Früh gab es dann das neue Zimmer mit fantastischem Ausblick über Shanghai. Als wir das Bild gemacht haben, war sehr wenig Smog in der Luft

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Unser erster Ausflug führte uns zum „Peoples Square“ und dem dortigen Park, der ein bisschen an den Central Park in New York erinnert.

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In diesem Bereich befindet sich die „Urban Planning Exhibition Hall“, die von der Expo2010 erhalten wurde, sehr viele Informationen zur Entstehung der Stadt bietet und ein 600m² großes Miniaturmodell (500:1) von Shanghai mit Tag-Nacht-Verlauf ausstellt.

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Dort erfährt man auch einiges über die geplanten Maßnahmen, vor allem auch in Bezug auf Smog und Umweltschutz. 38% der gesamten Stadtfläche Shanghais sind Grünflächen, was im Vergleich zu Peking wirklich gigantisch ist. Dennoch war der Smog hier während unseres Aufenthalts noch schlimmer als in Peking.

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Anschließend ging es ins unweit entfernte Shanghai Museum (freier Eintritt), in dem man leicht einen Nachmittag mit interessanten Gegenständen der Geschichte Chinas verbringen kann.

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Am nächsten Tag ging es zum Wolkenkratzer-Viertel rund um den Pear-Tower:
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Am Abend flanierten wir dann über den „Bund“, eine Uferpromenade auf der anderen Flußseite des Huangpu. Der Bund besteht aus 52 Häusern unterschiedlichster Architekturstile, die Ende des 19.Jhd nach dem Opiumkrieg mit England als Zeichen der Öffnung Shanghais zur Welt erbaut wurden, und zählt zu einer der Haupttouristenattraktionen Shanghais.

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Blick vom Bund auf die andere Flussseite:
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Von Marcel hatten wir ein Café in Shanghai empfohlen bekommen, in dem eine 18.000$ teure Slayer Espresso Maschine steht. Hier haben wir den besten Cappuccino der Welt getrunken!

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Trotz Regen ( hoffentlich war es kein saurer Regen, der in China durchaus vorkommt ;) ) haben wir noch 2 kleine Stadtviertel besucht in denen wunderschöne alte Gebäude stehen und sich Bars, Restaurants und viele kleine Geschäfte aneinanderreihen.

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Wir haben uns sogar getraut eine Shopping-Meile entlang zu laufen, in der tagtäglich Touristen freundlich von einheimischen auf eine Tasse Tee eingeladen, und dann gnadenlos abgezockt werden. Irgendwie wollte man uns nur mechanische Fische und aufziehbare Hunde verkaufen – schade! :)

Was in China übrigens wirklich schwierig ist: So gut wie niemand spricht Englisch. In den Hotels findet sich meistens Personal, dass zumindest ein klein bisschen Englisch beherrscht, aber in Restaurants muss man sich mit Händen und Füßen verständlich machen (versucht mal jemandem klar zu machen, dass ihr aufs Klo müsst, der euch nicht versteht). Bei Bestellungen ist es noch etwas leichter, da wir uns nur in Restaurants getraut hatten, deren Karten Bilder vom Essen hatten :)
Am Ende klappt es aber doch immer irgendwie, auch wenn ich in einem Restaurant Bier statt Cola bekommen habe, aber das kreide ich den Chinesen mal nicht als Fehler an :)

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Ansonsten sind die Leute auf den Straßen wenig freundlich. Es sind immer enorm viele Leute unterwegs, somit bilden sich oft Fußgänger-Staus, und das Schlimmste ist, wenn Personen auf einmal meinen, plötzlich mitten im Weg stehen zu bleiben. In der Metro wird gedrängelt was das Zeug hält, da wartet kaum einer bis die Fahrgäste, die aussteigen möchten aus dem Zug heraus sind, man steigt einfach sofort ein, schubst und drängelt.
Insgesamt hat uns Shanghai jedoch sehr gut gefallen, viel viel besser als Peking. Aber wegen dem Smog, der vielen Menschen und fehlenden Chinesisch-Kenntnissen, werden wir so schnell wohl nicht mehr wieder kommen :)

Viele Grüße
Johannes ( und Tanja )

Eingestellt von TanJo 07:06 Archiviert in China Tagged shanghai Kommentare (1)

Peking und China's Smog

semi-overcast 4 °C

Schon verrückt – Allen denen ich erzählt habe, dass wir auch nach Peking fliegen haben mir versichert, dass mir die Stadt sehr gut gefallen wird – sie ist so anders und so außergewöhnlich …
Deshalb bin ich mit sehr großen Erwartungen angereist – aber naja - sie wurden leider nicht erfüllt.
Aber Geschmäcker sind eben verschieden ^^

Es ist jetzt nicht so, dass uns gar nichts gefallen hat – es gibt durchaus schöne Gegenden in und um Peking ( vor allem die Mauer! ), aber allein der ganze Smog in der Luft verdirbt einem irgendwie den Spaß an der Sache, wenn zwar die Sonne scheint und keine einzige Wolke am Himmel zu sehen ist, aber die wärmenden Strahlen einfach nicht bis an den Boden durchdringen. Es war zwar nicht annähernd so schlimm wie es auf manchen Bildern im Internet zu sehen ist, aber einen Sonnenjunkie wie mich setzte auch das "kleine bisschen" Smog in eine Art depressive Stimmung ^^
Ein sehr aktueller und interessanter Beitrag zum Thema Luftverschmutzung in China:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/smog-in-china-der-tod-aus-der-atemluft-12746010.html

Die Bemühungen um eine bessere Luft haben wir auch schon miterlebt:
In Peking und auch in Shanghai fahren kaum noch benzinbetriebenen Roller/Mopeds – die meisten Leute besitzen nun Elektro-Modelle ( ca. 2 von 100 fahren noch mit Benzin ). Und um Peking herum wurden sehr viele neue Wälder angelegt. Jedoch wurden alle Bäumchen effektiv schön in Reih und Glied gepflanzt, in immer gleichen Abständen – irgendwie sehr gruselig anzuschauen …

Auszug aus Wikipedia:
(Da es sich nicht um einen wissenschaftlichen Bericht handelt, ist Wikipedia ausnahmsweise eine zulässige Quelle :) )

„Laut der Forbes-Liste der World's Most Expensive Cities To Live von 2009 gilt Peking als eine Stadt mit sehr hohen Lebenshaltungskosten und eine der teuersten Städte der Welt.
Viele Elemente der modernen Stadtplanungspolitik hatten verheerende Folgen für die Bevölkerung und schufen mehr Probleme, als sie lösten. Ein großer Teil der traditionellen Hofhäuser (Siheyuan) in den engen Gassen (Hutongs), die als Brutstätte von Individualisten galten, wurde seit 1949 abgerissen. Ihren Platz nahmen anonyme Neubauten aus Beton mit oftmals unzureichender sanitärer Ausstattung und kaum fließend Wasser ein.
Als Ende der 1960er Jahre umfangreiche Renovierungsarbeiten an den Gebäuden dringend geboten schienen, wurde stattdessen ein unterirdisches Tunnelnetz angelegt, das im Falle eines Krieges Schutz bieten sollte. Millionen von Arbeitsstunden wurden in das Projekt investiert, das keinen Schutz gegen moderne Bomben bieten konnte und letztlich nur zur Absenkung des Grundwasserspiegels führte.
Im Jahre 1950 veranlasste die Regierung die Tötung aller Hunde in der chinesischen Hauptstadt. Die Tötung zahlreicher Spatzen 1956 – die Maßnahme sollte ursprünglich die Getreidevorräte schützen – hatte allein zur Folge, dass sich die Insekten stärker vermehren konnten. Um dem entgegenzuwirken, ordnete die Stadtverwaltung die Entfernung sämtlicher Grünflächen in der Hauptstadt an, was wiederum Staubstürme in den windigen Wintermonaten verursachte.
Anfang des neuen Jahrtausends waren große Stadtsanierungsprojekte im Gange, um Peking für die Olympischen Sommerspiele 2008 zu rüsten. Verschiedene Anstrengungen zur Eindämmung der Luftverschmutzung wurden bereits unternommen; Fabriken, die sich nicht weiter modernisieren ließen, mussten schließen. Freiflächen sind durch aufwändige Begrünung zu neuem Leben erweckt worden. Die verschmutzten Kanäle wurden ausgebaggert.
Als Leitstern auf dem Weg Chinas in die Moderne nimmt Peking eine Vorreiterrolle bei der Umgestaltung des Landes ein. In schnellem Tempo werden Gebäude abgerissen und neue errichtet, wovon das weiße Schriftzeichen 拆 (chāi für Abriss) auf alten Häusern und die vielen Baukräne eindrucksvoll Zeugnis ablegen. Im Stadtzentrum werden überwiegend moderne Beton- und Glasbauten errichtet, an den breiten Magistralen entstehen zahlreiche Bürokomplexe. Für die ärmeren Bevölkerungsschichten sind die dortigen Wohnungen nicht bezahlbar. Sie werden in die Außenbezirke der Stadt verdrängt“

Und genauso habe ich die Situation in Peking empfunden. Es werden viele neue Gebäude gebaut, während bestehende Gebäude vor sich hin rotten. Deshalb hat Peking sehr viele verschiedene Ecken: viele neue, tolle, Wolkenkratzer im Finanzbezirk– sehr viele alte, heruntergekommene Wolkenkratzer in Wohngebieten (eine kleine, alte, gammlige Wohnung dort kostet rund 350.000€). Sehr viele edle Villen im europäischen Baustil in den Pekinger Außenbezirken (rund 4 bis 6 Millionen Euro) und alte kleine Häuschen im traditionellen Stil in der alten Innenstadt. Viel davon sehr schön hergerichtet damit wir Touristen auch schön durchlaufen können und was zu sehen haben ^^
Insgesamt würde ich Peking als sehr „abgewohnt“ und nicht lebenswert bezeichnen.

Folgendes haben wir uns in Peking angeschaut:
Der Tiananmen-Platz oder Platz des himmlischen Friedens (der größte befestigte Platz der Welt!)
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Wir mit Bild von Mao Zedong am Gebäudeeingang zur Verbotenen Stadt. Er hat an dieser Stelle am 1. Oktober 1949 die Unabhängigkeit Chinas proklamiert.

Verbotene Stadt
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Altes Viertel
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Armes Viertel
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In Stadtvierteln mit heruntergekommenen Häusern stechen immer die öffentlichen, kostenlosen (und relativ sauberen) Toilettenhäuschen hervor:
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Himmelstempel
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Lama Tempel:
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Eigentlich wollten wir im letzten Blog-Eintrag schon über die super Metro in Seoul berichten, als wir dann aber gesehen haben, dass sie von der in Peking nochmal getoppt wird, berichten wir an dieser Stelle:
Wir hatten in Washington ( Link zum Blog-Eintrag ) ja schon von dem fairen System geschwärmt – hier ist es zwar etwas unfairer, aber ich denke das kann man verkraften: Wie in Washington erhält man nur durch Schranken Zugang zur Metro und kann nur durch diese die Stationen wieder verlassen. Aber anstatt nach gefahrenen Distanzen abzurechnen, kostet hier jede Fahrt pauschal 2RMB. Das sind derzeit umgerechnet ca. 0,25€. Dafür darf man beliebig weit mit beliebig vielen Umstiegen in eine Richtung fahren. Die Metro ist zudem super sauber, überall gibt es Anzeigetafeln wann Züge kommen und alle fahren ca. im 3-7 Minuten-Takt. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es allerdings: zwischen ca. Mitternacht und 5 Uhr vormittags verkehren (wie auch in Seoul) keinerlei Züge. Für Nachtschwärmer also äußerst unpraktisch.
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Zum Abschluss durfte natürlich DAS Hauptgericht von Peking nicht fehlen: Die Peking-Ente! Wir haben uns zu zweit eine ganze Ente bestellt, die von einem der Köche persönlich an unserem Tisch aufgeschnitten wurde. War wirklich sehr lecker, und am Ende bezahlten wir für die ganze Ente mit Beilagen und 2 Bier insgesamt 26€. Hört sich wenig an, ist in Peking aber durchaus viel – im Hotelrestaurant haben wir für Abendessen mit Getränken für 2 Personen ca. 12€ bezahlt. Im kleinen Restaurant um die Ecke gab es Abendessen (ohne Getränke) für 1,50€ pro Person.
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Nach den USA wo es Bier nur aus 0,33L Dosen/Flaschen gewöhnt waren, kommen uns die 600ml Falschen in China übrigens riesig vor ;) Hier im Supermarkt zahlt man dafür 0,50 – 0,70€. In den USA haben wir dafür im Supermarkt umgerechnet 1,80€ ausgeben müssen.
In diesem Sinne – Gānbēi ( Prost )!

Tanja (und Johannes)

Eingestellt von TanJo 00:27 Archiviert in China Tagged beijing peking Kommentare (4)

Die Chinesische Mauer

sunny 10 °C

Die Chinesische Mauer ist definitiv ein Highlight unserer Weltreise :) Alleine dafür hat sich unser China-Visum schon gelohnt :)

Da wir zu einem Teil wollten, der nicht so mit Touristen überlaufen ist, haben wir uns für den Abschnitt Mutianyu entschieden. Er ist nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und selber Autofahren haben wir uns nicht getraut. Auch wenn fast alle Verkehrsschilder zusätzlich auf Englisch sind, die Chinesen fahren doch etwas rabiat. Deshalb haben wir uns eine private Tour geleistet, die sich mehr als gelohnt hat! Der Abschnitt ist aufwendig restauriert worden und dennoch gelangt man auch an Stellen die noch in ihrem ursprünglichen Zustand sind.

Ein Paar Informationen, die wir von unserem Guide „Oliver“ (mal wieder der "english name" eines Chinesen) erhalten haben:
Die Mauer wurde weit über 2000 Jahre lang gebaut - begonnen wurde schon im 7. Jahrhundert vor Christus und zwar zum Schutz gegen die sich untereinander befehlenden Chinesen. In den verschiedenen Epochen der Vereinigungen und Spaltungen Chinas wurde die Mauer unter der Herrschaft verschiedener Dynastien fortwährend erweitert – auch um sich vor den Mongolen zu schützen, die aber trotzdem 1211 in China einmarschierten und für kurze Zeit die Herrschaft an sich rissen. Der Bau der Mauer wurde schließlich im 16. Jahrhundert beendet. Die Mauer erstreckt sich von der Wüste Gobi bis zur Bo Hai Bucht am Meer und ist somit 8.851,80 Kilometer lang, 6-10 Meter hoch und 4-8 Meter breit. Zugänge zur Mauer befinden sich natürlich nur auf chinesischer Seite. Oliver erzählte uns auch, dass zeitweise bis zu 8 Millionen Wachen auf der Mauer stationiert waren…
Nicht vorzustellen wie aufwendig der Bau der Mauer - ganz ohne Hilfe von Maschinen - war und wie viele Leben es gekostet hat...

Wir hatten Glück: an dem Tag hatten wir eine verhältnismäßig gute Sicht – Sonnenschein und nur wenig Smog.

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Viele liebe Grüße
Tanja ( und Johannes )

PS: so kann es im Sommer auf dem Touristen-Abschnitt der Mauer aussehen:
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( Quelle: http://www.sueddeutsche.de/thema/China )

Eingestellt von TanJo 03:46 Archiviert in China Tagged great_wall Kommentare (3)

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