Reise blog von Travellerspoint

Đà Lạt – Downhill Biking – Mũi Né

sunny 28 °C

Đà Lạt gilt als die romantischste Stadt Vietnams, weil hier sehr viele Blumen, die man im ganzen Land kaufen kann, angepflanzt werden. Viele frisch verheiratete, vietnamesische Pärchen verbringen hier ihren Hochzeitsurlaub, da es für Vietnamesen im Generellen finanziell nicht möglich ist eine größer Reise – geschweige denn eine Flugreise - zu unternehmen.
Grundlegend ähnelt die Stadt sehr anderen vietnamesischen Städten und so romantisch fanden wir sie jetzt auch nicht ^^ - die meisten Blumen werden in Gewächshäusern gezogen – die alles andere als hübsch anzuschauen sind.

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Deshalb haben wir uns entschieden uns mal wieder sportlich zu betätigen und sind mit dem Fahrrad ins Umland von Đà Lạt – genauer zu den „Langbiang Mountains“ gefahren. Ein Berg vulkanischen Ursprungs mit 5 Gipfel, der höchste „K´Biang“ liegt 2169m übern Meer. Bis dorthin sind es gute 20 km, größten Teils bergab. Dort angekommen haben wir uns dann auf eine Wanderung durch dichten Pinienwald von ~4.5 km und ~700 Höhenmetern begeben, in der Hoffnung den angepriesenen tollen Blick über Đà Lạt zu erhalten. Völlig erschöpft und verschwitzt sind wir oben angekommen und wurden sehr enttäuscht: kein toller Blick, sondern sehr viel Rauch. Leider brennen die Vietnamesen die Piniennadeln am Boden des Waldes kontrolliert ab, um in der momentan herrschenden Trockenzeit einen größeren Waldbrand durch Selbstentzündung der Nadeln zu verhindern. Und leider hat der Rauch die Bergspitze eingenebelt, sodass wir eigentlich gar nichts gesehen haben.

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Das ist kein Zebra – die haben ein weißes Pony mit schwarzen Streifen bemalt 

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Naja – War trotzdem eine schöne Wanderung. Aber wir mussten den Weg mit Fahrrad wieder zurück schaffen. Alle Kilometer die am Vormittag schön leicht bergab zu radeln waren, mussten wir jetzt bergauf abstrampeln … aber wir haben es geschafft ^^
Insgesamt haben wir an diesem Tag rund 45km und über 1400 Höhenmeter zurückgelegt :D

Am nächsten Tag haben wir ganz in der Früh (um 7:30) Đà Lạt auch schon wieder verlassen. Wir wurden am Hotel abgeholt und erstmal einige km in Richtung Mũi Né mit dem Auto zu unserem Ausgangspunkt gefahren.

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Dort haben wir uns auf unsere Mountainbikes geschwungen und sind unserem Guide erstmal rund 5 km bergauf hinterher geradelt. Da unsere Muskeln von der anstrengenden Tour vom Vortag noch schmerzten, mussten wir hier ganz schön schwitzen. Am höchsten Punkt – bevor es dann rund 70 km Downhill durch den Dschungel ging – hat uns ein anderes Pärchen mit seinem Guide eingeholt. Wir noch völlig aus der Puste und verschwitzt, mussten dann schon ein wenig schmunzeln als der Mann ohne den kleinsten Schweißtropfen auf der Stirn zu seinem Guide meinte: „Do we need to have a break, or can we just go on?“ - und weg waren sie!
Aber die haben bestimmt am Tag zuvor keinen Berggipfel erklommen!!! ;)

Die Downhillfahrt war – auch wenn wir nur auf der Teerstraße gefahren sind - extrem lustig und ist nur zu empfehlen :D

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Insgesamt haben wir an diesem Tag also 90 km und mehr als 900 Höhenmetern zurückgelegt (zum Glück hauptsächlich bergab ;) ).
Immer wenn man durch ein Dorf durchfährt hört man von allen Seiten die Leute – vorallem Kinder - „Hallo“ rufen und wie wild winken. Da muss man natürlich fleißig zurück winken und fühlt sich dann wie Prinz und Prinzessin oder König und Königin :D
Die Vietnamesen sind wirklich sehr netten Menschen. Allerdings wird man in den touristischen Gegenden oft ein bisschen unfreundlich und ruppig behandelt. Sobald man aber nur etwas abseits des Trubels ist, wird man immer angelacht und man fühlt sich sofort Willkommen.
In Mũi Né angekommen, waren wir dann sehr geschockt: Sind wir noch in Vietnam oder schon in Russland? Mũi Né ist anscheinend der russische Ballermann. Viele teure Bade-Resorts, Restaurants und Souvenirläden, alles auf russischer Sprache, betrunken Menschen und Müll ^^.

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Wir haben hier dann einfach einen Tag gefaulenzt, bevor wir uns dann am nächsten Tag weiter zu unserer letzten Vietnamstation Saigon/Ho Chi Minh City aufgemacht haben. Eigentlich wollten wir an den Strand oder Pool. Aber es war einfach zu windig (deshalb auch die vielen Windsurfer hier), so dass wir die Zeit genutzt haben um unsere Blogeinträge zu schreiben und zum ersten Mal in Vietnam einen Tag Auszeit zu nehmen ^^

Viele liebe Grüße
Tanja (und Johannes)

Eingestellt von TanJo 02:48 Archiviert in Vietnam Tagged dalat mui_ne downhill_biking Kommentare (1)

Easy Riders: Von Nha Trang nach Đà Lạt

sunny 26 °C

Um von Da Nang nach Nha Trang zu kommen, stand uns wieder eine 10 stündige Zugfahrt bevor. Wir hätten den Nachtzug nehmen können, aber da Fred und Jimmy sicher noch einige Brüder haben, war die Wahl eigentlich von vorne herein klar: Abfahrt um 10:30 – Ankunft um 20:30 laut Plan.
Die realen Zeiten waren dann: Abfahrt 12:00 – Ankunft 22:30 – Zum Glück ohne Kakerlaken!

Vorab hatten wir schon unsere Weiterfahrt geplant: Mit den Easy Riders von Nha Trang nach Đà Lạt. Wir wurden dann trotz Verspätung am Bahnhof von unseren Easy Riders Guides Mr. Binh und Thun abgeholt und zu unserem Hotel gebracht. Mr. Binh verabschiedete sich dann, da er am nächsten Morgen zu einer anderen Tour gestartet ist. Wir konnten auch noch ein wenig schlafen und sattelten am nächsten Morgen um 08:30 die Maschinen: Tanja fuhr bei Thun auf dem Motorrad mit, und Johannes durfte selbst auf einem Roller fahren.
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Easy Riders Tag 1:

Am ersten Tag ging es raus aus Nha Trang. Wir fuhren ein gutes Stück am Meer entlang und besuchten ein kleines Fischerdorf.
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Vorbei an etlichen Reisfeldern ( davon gibt es wirklich sehr viele in Vietnam ) war unser nächster Stopp ein Zuckerrohrfeld, bei dem wir einiges über den Anbau von Zuckerrohr erfahren haben. Nebenan lag zudem noch ein Feld mit Wassermelonen.
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Nach einer kurzen Kaffeepause ( der vietnamesische Kaffee ist wirklich sehr lecker! ),
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ging es viele Passstraßen entlang weiter in Richtung Landesinnere. Wir hielten mehrmals auf der Strecke an, um uns beispielsweise einen Hahnenkampf, Straßenverkäufer oder einfach die wunderschöne Landschaft anzuschauen. Wir erfuhren zudem wie Kakao und Pfeffer angebaut und weiterverarbeitet werden.
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Leider wird hier überall der Müll verbrannt …

Als wir erneut bei einem Café Stopp machten, waren wir doch ein bisschen überrascht, als uns Thun nicht zu den Tischen und Stühlen führte, sondern vorbei am Café zu einem Käfig mit 2 riesigen Pythons. Dann wurde mir ( Johannes ) noch ein Skorpion auf die Hand gesetzt, und danach als Stärkung ein Skorpion-Schnaps verabreicht.
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Übernachtet haben wir in einer heruntergekommenen Unterkunft am Lake Lac. Da wir so müde waren, war das für eine Nacht schon mal auszuhalten, und die netten Geckos an der Wand haben freundlicherweise die meisten nervigen Insekten verspeist.
Ach ja: Kein so langer Moped-Trip bleibt in Vietnam ohne Panne: Kurz vor der Ankunft an der Unterkunft hatte Johannes‘ Roller einen Platten. Thun hat ihn aber in den frühen Morgenstunden repariert und somit stand der Weiterfahrt nichts im Wege.

Easy Riders Tag 2:

Der zweite Tag startete mit einem Besuch bei den Elefanten. Anders als in den übrigen Kulturen Indochinas wie Thailand oder Laos werden Elefanten in Vietnam nicht verehrt, sondern nur - ebenso wie in den anderen Staaten des südostasiatischen Festlandes - als Arbeitstiere genutzt. Noch vor einigen Jahrzehnten wurde die Gesamtzahl der in Vietnam lebenden Elefanten mit über 2000 angegeben. Heute schätzt man die Zahl auf unter 100 Tiere. Wir haben uns gegen einen Ritt auf den sanften Riesen entschieden, da wir hoffen auf unserer weiteren Reise noch die Möglichkeit zu haben auf ihnen durch den Dschungel zu reiten.
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Anschließend ging es zu einem „Minority“-Dorf, in dem die Einwohner noch sehr traditionell und ärmlich leben. Allerdings sehr in Harmonie mit der Natur und ihren Tieren. Ein bisschen komisch kamen wir uns schon vor, als unser Guide Thun uns einen Beutel mit Süßigkeiten in die Hand drückte nach dem Motto: „So, füttert mal die Kinder“. Die kamen auch brav wie die Ziegen im Streichelzoo, aber auch wenn es sich für uns etwas komisch angefühlt hat, so haben die lachenden, freudigen Kinderaugen uns am Ende doch auch ein Lächeln auf die Lippen gezaubert :)
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Auf dem weiteren Weg nach Đà Lạt standen dann noch der Besuch eines lokalen Marktes, ein Blick hinter die Produktion von Seide, sowie eine „Trockenfisch-Produktion“ auf dem Plan.
Wir könnten auf Tuchfühlung (hihi) mit den Seidenraupen gehen, und in einer Fabrik bei der industriellen Produktion von Seidenerzeugnissen zusehen.
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Die Weiterfahrt verzögerte sich kurz, da Johannes‘ Roller nicht mehr anspringen wollte. Die nächste „Werkstatt“ lag direkt gegenüber und der Fehler war schnell erkannt: Polschelle von der Batterie abgebrochen. Was macht der Vietnamese? Kabel durchzwicken, mit den Zähnen abisolieren, einen Kabelrest mit neuer Polschelle dranzwirbeln (warum löten wenn man zwirbeln kann?), Isolierband drum und ab geht’s! ( Wie sagt man hier so schön: They don’t repair it – they fix it )
Das war zum Glück die letzte Panne und für eine Strecke von über 350km (für vietnamesische Verhältnisse sicher eine gute Bilanz).

Wir machten dann noch Halt beim Elefantenwasserfall. Der hat seinen Namen übrigens von einem Stein am Fuße des Wasserfalls, der wohl einem Elefanten recht ähnlich gesehen haben soll. Dieser wurde bei einem Erdbeben 1897 leider zerstört – aber der Name blieb.
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Kurz vorm Ziel legten wir noch eine Kaffeepause ein. Diesmal neben einer Kaffeeplantage, wo wir Kaffeekirschen ( also die Früchte deren Kern die Kaffeebohne ist ) probieren konnten – die schmecken Tatsächlich etwas süßlich wie Kirschen. In Vietnam gibt es als Spezialität den Wieselkaffee, der wie sein bekannter Bruder „Kopi Luwak“, aus den Exkrementen von Tieren hergestellt wird. Hier eben Wiesel statt die berühmten Schleichkatzen. Wir konnten uns anschauen, wie die Wiesel gehalten werden, und wie „aus Scheiße Gold“ gemacht wird. Kleiner Trost für die armen Wiesel in ihren Käfigen: Sie müssen wenigstens nicht in ihrem eigenen Mist sitzen.
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Neugierig waren wir natürlich trotzdem wie der Wieselkaffee schmeckt, aber im direkten Vergleich mit der gleichen „normalen“ Bohnensorte, konnten wir eigentlich keinen Unterschied schmecken. Mag aber auch daran liegen, dass die in Gefangenschaft lebenden Wiesel wirklich NUR Kaffeekirschen bekommen. Der „echte“ Wieselkaffee, der aus den Exkrementen von freilebenden Wieseln hergestellt wird, ist sicher berechtigterweise viel teurer.

Wir hatten wirklich viel Spaß auf unserer Tour, leider sprach unser Guide Thun viel zu schlecht Englisch und verstand auch unsere Fragen meistens nicht richtig. So haben wir oft nicht verstanden, was er uns erzählen wollte, und viele unserer Fragen blieben unbeantwortet. Insgesamt aber ein sehr tolles Erlebnis und das Versprechen der Easy Riders das „Real Vietnam“ kennenzulernen, trifft jedenfalls Großteils zu!

Viele Grüße
Johannes ( und Tanja )

Eingestellt von TanJo 16:27 Archiviert in Vietnam Tagged dalat nha_trang easyriders Kommentare (2)

Hội An

semi-overcast 23 °C

Von Ninh Binh ging es weiter mit dem Zug ( nein, natürlich kein Nachtzug! ) nach Da Nang. Auf dieser Strecke ist der Zug noch langsamer, da es zu Beginn viel bergauf geht. Für 103km haben wir knapp 4 Stunden gebraucht, zudem hatte der Zug über eine Stunde Verspätung. Die Fahrt war dafür wunderschön – die Strecke geht durch dichtbewachsenen Dschungel, hauptsächlich am Meer entlang.

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Da Nang war für uns nur eine günstige Schlafmöglichkeit für das eigentliche Ziel: Hội An. Hội An war einst der größte Hafen in Südostasien und gilt als ein Hafen der Seidenstraße. Mit dem Bus konnten wir innerhalb von 30min von Da Nang nach Hội An fahren.

Mit der zunehmenden Versandung des Hafens mussten die immer größeren Handelsschiffe in den Hafen von Đà Nẵng ausweichen. So verlor Hội An im 18. Jahrhundert immer mehr an Bedeutung. Während der Tây Sơn-Rebellion wurde die Stadt 1780 weitgehend zerstört und nochmals aufgebaut. 1888 erklärten die Französische Kolonialmacht Đà Nẵng zur Hauptstadt von Annam und auch die Eisenbahn wurde 1930 an Hội An vorbei gebaut.
Diesem Niedergang hat die Stadt allerdings den Erhalt des historischen Stadtbildes zu verdanken. Zudem gilt die Altstadt als Einzige, die im Vietnamkrieg unzerstört blieb. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, da sie als gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens aus dem Zeitraum vom 15. bis zum 19. Jahrhundert gilt, deren Gebäude eine Verschmelzung einheimischer und fremder Einflüsse, vor allem dem Stil südchinesischer Kleinstädte, zeigen.

Auch wenn die Stadt täglich von sehr vielen Touristen besucht wird, war sie bisher die tollste Stadt auf unserer Vietnamreise. Schöne alte Häuser reihen sich aneinander und das belebte Stadtbild rund um den Fluss mit vielen kleinen Märkten, Restaurants und Cafés lädt sehr zum Verweilen ein. Es gibt auch einige Tempel, Versammlungshallen und alte Häuser zu besichtigen, zudem gibt es Aufführungen mit Tanz und Gesang.
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Hier haben wir auch das billigste Bier auf der Reise getrunken. Das Bild zeigt Johannes mit einem Glas frisch gezapftem Bier vom Fass für 0,17€. Später haben wir es dann noch billiger gefunden: Für 0,10€

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một, hai, ba, Dzô!
(eins, zwei, drei, Prost!)
Johannes ( und Tanja )

Eingestellt von TanJo 06:36 Archiviert in Vietnam Tagged hoi_an Kommentare (4)

Mit Fred und Jimmy nach Hué

overcast 18 °C

Von Ninh Binh ging es mit dem Nachtzug nach Hué… seeeeeehr schlechte Idee!
Das Zugsystem in Vietnam ist relativ einfach: Es gibt nur eine Bahnlinie, welche die 1726km von Hanoi nach Hồ Chí Minh (= Saigon) in angeblich 33 Stunden zurücklegt. Allerdings sammelt sich auf der Strecke wohl häufig eine Verspätung von 3-5 Stunden an, die je näher man an Saigon ist ganz schön nervig sein kann. Preislich liegt man zwischen 40€ (Soft Seat) und 60€ (Soft sleep) für die gesamte Strecke, Teilstrecken werden absolut fair anteilig berechnet.

Mit kleiner Verspätung ging es in Ninh Binh gegen 21:30 los. Die Züge sind ultra-alt, dreckig, stinken und wackeln wie Hölle (Aber gut, dass wussten wir ja schon vorher ^^). Eigentlich wollten wir Soft sleeper buchen, aber da das Vietnamesische Neujahr Tết Nguyên Đán ( oder kurz: Tet ) immer näher rückt, sind sehr viele Leute unterwegs – auf den Straßen wie auch auf den Schienen. So blieb für uns nur noch Platz in einem Hard-Sleep Abteil, in dem sich insgesamt 6 Betten ( je 3 übereinander ) befinden, im Gegensatz zum Soft Sleep mit nur 4 Betten. Zu Beginn teilten wir uns das Abteil noch mit 2 Frauen, die aber nach kurzer Fahrzeit ausgestiegen sind. Dann hatten wir das Abteil für uns alleine – denkste!

Wir konnten noch 2 weitere Mitreisende im Abteil ausmachen: Fred, die dickste Kakerlake der Welt, und sein kleiner Bruder Jimmy. Ob die beiden mit dem Gepäck der 2 Frauen an Bord gekommen sind – oder schon da waren – keiner weiß es so genau. Fred wurde allerdings sehr schnell sehr hungrig, und machte sich zum Glück auf in Richtung Speisewagen und lies uns alleine. Sein kleiner Bruder Jimmy hat Tanja bis in die Morgenstunden wachgehalten, und starb dann (leider) einen schnellen und kurzen Tod durch einen beherzten Schlag mit Johannes‘ Wanderschuh.
Vielleicht wäre es ohne die beiden einfacher gewesen Schlaf zu finden – aber selbst dann wären das Geschaukel, der Lärm und der Gestank nach Urin geblieben.

Nach 12 Stunden für läppische 412km - ja, der Zug fährt wirklich langsam - sind wir dann müde und kaputt in Hué angekommen:

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Nie wieder Nachtzug!

Wie ein Segen war dann unser Hotel in Hué. Auf unserer ganzen Reise übrigens bisher das Beste! Wir haben 14€ für eine Nacht inklusive Frühstück bezahlt. Bei unserer Ankunft um 9 Uhr morgens (wir wollten eigentlich nur schnell die Rucksäcke abstellen, da Check-In erst am Nachmittag ist) erhielten wir direkt kostenlos ein zusätzliches Frühstück. Eine wirklich lange Menükarte konnten wir auf und ab bestellen so viel wir wollten, und ALLES wurde frisch für uns gemacht und an den Tisch gebracht: Gebratener Reis, Eier, Toast mit Schinken, Bananen-Pfannkuchen mit Schoko-Soße, Fruchtteller, usw :)

Während dem Essen wurde uns dann mitgeteilt, dass sogar direkt ein Zimmer für uns fertig gemacht wird, damit wir duschen können ( wir müssen wohl echt fertig ausgeschaut haben ;) ). Als wir später zu diesem hochgeführt wurden, hieß es dann noch: Sie erhalten übrigens kostenfrei ein Upgrade auf die nächsthöhere Zimmerkategorie. Yeah!!! ( und ich muss es einfach nochmal erwähnen: Das Ganze für 14€! )

Frisch gestärkt und wohlduftend ging es anschließend mit den Fahrrädern auf Erkundungstour durch Hué, in der sich sehr viel Geschichte abgespielt hat. Huế war von 1802 bis 1945 Hauptstadt Vietnams. Während des Vietnam Krieges (1954–1975) galt Hué als wichtige Nachschubbasis und durch die geringe Entfernung (nur 50 Meilen) von der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südvietnam von großer strategischer Bedeutung für Südvietnam.
Die Schlacht um Huế war Teil und Folge der Tet-Offensive (Neujahr). Im Verlauf dieser Offensive erfolgten Angriffe der Vietcong und der nordvietnamesischen Armee auf hunderte von militärischen Zielen und urbanen Ballungsräumen, darunter auch Huế.
Viel zu sehen gibt es eigentlich nicht, nach einem Besuch der Imperial City ( hier wurde durch den Krieg viel zerstört und wird nun nach und nach wieder aufgebaut ) fuhren wir noch weiter durch die Stadt, bis Johannes‘ Fahrrad plötzlich schlapp machte ( ein platter Reifen hinten ). Schnell war eine „Werkstatt“ gefunden ( in Vietnam kann jeder Mopeds und Fahrräder reparieren ) und der Platten innerhalb weniger Minuten für 0,80€ geflickt!

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Insgesamt ist Huế nett anzuschauen. Man kann mal ein oder zwei Tage durchlaufen oder radeln und das Vietnamesische Leben, Kultur und Geschichte auf sich einrieseln lassen :)

Viele Grüße
Johannes ( und Tanja )

Eingestellt von TanJo 19:54 Archiviert in Vietnam Tagged hue Kommentare (3)

Ninh Binh - die trockene Halong Bucht

sunny 21 °C

Die nächste Station auf unserer Vietnamreise war die schöne Ninh Binh Provinz südlich von Hanoi. Wir wollten direkt von der Halong Bay nach Ninh Binh fahren, aber im Internet findet man natürlich recht wenig über mögliche Busverbindungen. Wir dachten uns aber, dass bestimmt Busse fahren werden, da in Vietnam so gut wie alle Städte/Städtchen mit Bussen angefahren werden. So war es dann auch und wir konnten mit einem sogenannten „Local bus“ von Halong Bay City nach Ninh Binh fahren.
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Wenn man direkt fährt sind es von Halong Bay nach Ninh Binh rund 180km. Allerdings fährt der Bus immer wieder Umwege durch sehr viele Dörfer damit noch Leute zusteigen können – nach welchen System das passiert hab ich nicht ganz durchschaut, da entweder der Bus an den Rand gewunken wurde, oder aber der Bus stehen geblieben ist und der Busfahrer irgendwas rausgebrüllt hat und dann Leute zugestiegen sind. Außerdem dient der Bus wohl auch als Postauto, weil auch einfach Pakete reingereicht und an anderer Stelle wieder abgegeben wurden ;)
Wir haben für die Strecke gute 6!!! Stunden gebraucht, da überall so viele Baustellen sind und eben andauernd Leute ein- oder aussteigen. Aber insgesamt war es ein echt vietnamesisches Erlebnis. Was heißt: zwei Vietnamesen mussten sich übergeben (haben wohl einen schwachen Magen) und in den Bus in dem sich 25 Sitzplätze befinden passen locker doppelt so viele Leute ^^ Das ist aber nicht legal und deshalb werden immer schnell die Vorhänge zugezogen, wenn man die Polizei sieht ^^. Wir sind dann aber sicher in Ninh Binh angekommen und der Spaß hat uns „nur“ 150.000 Vietnamesische Dong = 5.25€ gekostet ;)
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(Da war der Bus noch leer :) )

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Müllabfuhr-Pony

Unser Hotel war das bisher lustigste und günstigste. Lustig weil der Besitzer einfach der Hammer ist – und die komischste Lache der Welt hat :) und günstig weil für 2 Personen hier eine Nacht inklusive Frühstück a la carte (so viel man will) nur 14€ kostet. Abends gibt es immer „Reiswein“ (ist eigentlich Schnaps) umsonst, und auch Touren werden einem hier nicht aufgeschwatzt, sondern nur auf ausdrückliche Nachfrage verkauft.
Am ersten Tag sind wir mit dem Moped-Taxi um Ninh Binh herum gefahren um ein paar „Sehenswürdigkeiten“ zu bewundern und am zweiten Tag haben wir einen Ausflug zum Nationalpark Cúc Phương gemacht.

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Man beachte den süßen rosa Helm!

Jo sah bei weitem nicht so cool aus mit seinem lila Helm:
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Unsere Fahrer erschienen pünktlich nach dem wirklich leckeren Frühstück und nahmen uns auf ihren Mopeds mit zum ersten Stopp: Eine Bootsfahrt in Tam Coc durch die „Trockene Ha Long Bucht“. Wirklich trocken ist es hier nicht, aber im Vergleich zum Meer zumindest trockener ;). In einem kleinen Ruderboot hat uns unser fleißiger vietnamesischer Paddler hauptsächlich mit den Füßen vorbei an noch nicht bepflanzten Reisfeldern und durch einige Höhlen geschippert. Bis auf die etwas nervigen schwimmenden Verkaufsstände auf halber Strecke, war diese Fahrt echt sehr sehr schön :)
Im Sommer ( Regenzeit ) muss es hier atemberaubend sein, wenn man durch das satte Grün der Reisfelder paddelt.

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Pfui!

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Weiter ging es zu einem Tempel, der an und in einem Berg gelegen ist. Hier konnte man selbst noch ein bisschen Klettern und vom Gipfel eine sehr schöne Aussicht genießen:
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Es ging dann zu einem weiter Berg, den wir auf der Bootsfahrt bereits gesehen hatten. Nach 459 Stufen konnten hatten wir einen tollen Blick (na gut, der Smog trübt die Freude ein wenig) über den zuvor befahrenen Fluss und die Landschaft ringsum:
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„Schaut noch ganz schön weit aus!“

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Auf der weiteren Fahrt haben wir noch die Pagode und 2 weitere Tempel besucht, was allerdings nach den vielen Tempeln die wir bereits auf unserer Reise besucht haben nichts Außergewöhnliches mehr war.

Am nächsten Tag ging es vorbei an Reisfeldern, die zur Zeit überall angelegt werden, zum Cúc Phương Nationalpark.
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Kurz hinter dem Eingang befindet sich das Endangered Primate Rescue Center, welches von einem Deutschen initiiert wurde. Affen die als Haustier gehalten wurden, oder auch Tiere die aus der Hand von Wilderern befreit werden konnten, werden hier wieder auf die Beine gebracht, nachgezüchtet und anschließend langsam ausgewildert. In der Station befinden sich die einzigen 2 in Gefangenschaft lebenden Goldkopflanguren, eine Affenart von der es weltweit nur noch 60 lebende Exemplare auf der Insel Cát Bà gibt ( über die wir im letzten Blogeintrag berichtet haben ).
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Anschließend ging es auf eine 3 stündige Wanderung durch den Nationalpark, bei der wir ständig von 2 netten Hunden begleitet wurden:
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Der 1000-jährige Baum

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und 2 verschiedene Höhlen in die wir geklettert sind

Viele liebe Grüße an alle daheim
Tanja und Johannes

Eingestellt von TanJo 07:16 Archiviert in Vietnam Tagged ninh_binh Kommentare (6)

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