Reise blog von Travellerspoint

Kanchanaburi - Auf Tuchfühlung mit Elefanten

sunny 35 °C

Wie angekündigt haben wir uns auf den Weg nach Kanchanaburi gemacht, um dort einen Tag mit Elefanten zu verbringen (diesmal unter viel besseren Umständen als bei unserem Ausritt).

Von Koh Tao aus ist das eine ganz schöne Ecke… Da wir mittlerweile nicht mehr mit irgendwelchen Nachtzügen/-bussen reisen wollen, da man dabei eh nicht zum Schlafen kommt und somit der ganze nächste Tag von Müdigkeit überschattet wird, haben wir uns dazu entschlossen die Strecke an 2 Tagen zurückzulegen. Am ersten Tag ging es von 09:00 morgens bis 20:30 abends mit Fähre und Bus nach Bangkok (übrigens das erste Mal auf unserer gesamten Reise, dass wir 5min vor der geplanten Ankunftszeit angekommen sind! Und das bei einer fast 12-stündigen Reise inklusive 30min Stau!)

Später gibt es noch einen ausführlicheren Beitrag zu Bangkok, wenn wir dort ein paar Tage verbringen, aber das wichtigste schon jetzt vorweg: Viele andere Reisende die wir in Thailand getroffen haben, haben uns schon mitgeteilt, dass Bangkok „Kein Problem!“ sei. Und so fanden wir das auch: Es herrscht Normalbetrieb in Bangkok. Viele Straßenblockaden wurden in den letzten Wochen schon aufgelöst und die protestierenden Menschen haben sich in Protestlagern zusammengeschlossen. Von dort aus werden immer wieder Protestmärsche durch die Stadt gestartet, die angeblich eher im Stil von Straßenfesten ablaufen. Wenn man sich von diesem Märschen und den Protestlagern fern hält, gibt es keine weiteren Sicherheitsbedenken (auch von Seiten des deutschen Auswärtigen Amtes werden sonst keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen vorgeschlagen). Daher freuen wir uns schon auf Bangkok, da uns der kurze Eindruck schon sehr neugierig gemacht hat.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Kanchanaburi. Das ist von Bangkok aus nochmal ca. 3 Stunden mit dem Minibus entfernt.
Nach der Ankunft wollten wir in unserem Guesthouse nur schnell einen Cappuccino trinken und eine Waffel essen– die örtliche Polizei war auch gerade da, und als sie gemerkt haben, dass die Inhaberin des Cafés etwas Hilfe gebrauchen könnte, haben sie kurzerhand die Waffel zubereitet :D
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Den Nachmittag haben wir dann auf Fahrrädern verbracht, uns ein wenig die Stadt und das umliegende Land angesehen und „Die Brücke am Kwai“ besucht. Die ist nicht wirklich einen Besuch wert gewesen – da haben wir schon viel schönere Brücken gesehen, aber sie ist eben, wie auch die sogenannte Death-Eisenbahnstrecke, sehr geschichtsträchtig ;) – Aber die Natur um Kanchanaburi herum hat uns sehr gut gefallen.

„Während des Zweiten Weltkriegs wurde eine 415 Kilometer lange Eisenbahnlinie zwischen Birma, dem heutigen Myanmar, und Thailand gebaut. Die Trasse sollte den Nachschub für die japanischen Truppen sicherstellen, die nach dem Angriff auf Pearl Harbour im Dezember 1941 rasch große Teile des pazifischen Raums unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Im Juni 1942 begannen die australischen, britischen, niederländischen POWs, die Prisoners of War, gemeinsam mit schätzungsweise 270.000 asiatischen Zwangsarbeitern den Dschungel zu roden und Felsen zu sprengen. 90.000 Zwangsarbeiter und rund 12.000 POWs kamen während der Bauarbeiten ums Leben. Sie starben an Entkräftung, an Tropenkrankheiten, durch die Schikanen der japanischen und koreanischen Aufpasser, die etwa am Hellfire Pass schon mal Steine fallen ließen, während die Arbeiter unter ihnen Geröll abtransportierten. Death Railway, Eisenbahn des Todes, heißt die Strecke seitdem.“
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/reise/die-bruecke-am-kwai-in-thailand-gegen-den-strom-1.1236425

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Nun aber zum Highlight und dem eigentlichen Grund für den Aufenthalt in dieser Stadt: Unser Besuch bei "Elephantsworld", einer Auffangstation für Elefanten, die aus der Hand von Menschen befreit wurden (auch von den Trekking-Farmen, also dort wo das Elefantenreiten angeboten wird). Sie dürfen ihr weiteres Leben nun damit verbringen, dass die Menschen für sie arbeiten. 9 Elefanten befinden sich derzeit auf der Farm, die Älteste ist 78 Jahre alt, der jüngste Elefant „Johnny“ erst 7. Die meisten Elefanten hier sind sehr alt, manche teilweise oder komplett blind, viele auch zahnlos. So benötigen sie spezielle Aufmerksamkeit und Pflege, bei der die Besucher mithelfen dürfen.
Los ging es in der Früh mit einem saftigen Frucht-Frühstück, dass wir den Elefanten geben durften. Wir hatten die Aufgabe die 58 jährige Elefantendame „Lam Duan“ zu füttern, die komplett blind ist. Da sie sich zudem sehr schwer tut das Futter selbst mit dem Rüssel aufzunehmen, mussten wir sie direkt in den Mund füttern :) (Da sie keine Zähne mehr hat, bestand natürlich auch keine Gefahr Finger zu verlieren :D )
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Anschließend ritten oder führten die Elefantenführer, die sogenannten „Mahuts“ (jeder ist für seinen eigenen Elefanten zuständig), die Herde zum Fluss und die fitten Elefanten konnten ein kleines Bad nehmen und sich danach mit Sand und Erde panieren. Lediglich die blinden Elefanten mussten in Stallungen gebracht oder angebunden werden, alle anderen konnten sich auf der Anlage frei bewegen. Jedoch waren die Elefantenführer immer mit dabei: die Elefanten in dieser Stadion stammen aus unterschiedlichen Familien und können schon mal „aneinander geraten“ und das kann gefährlich für die Touristen und Mitarbeiter werden. Deshalb werden sie immer im Auge behalten. Außerdem sind sie sehr zutraulich und können einen ziemlich auf die Pelle rücken, auch dann schimpft der Mahut schon mal seinen Elefanten. Am meisten wurde Malee getadelt, die eigentlich die ganze Zeit um uns „rumgeschlichen“ ist.
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Nachdem wir den Elefanten beim Baden und Panieren zugesehen haben, haben wir zusammen das Mittagessen für die zahnlosen Elefanten gekocht: Reis mit Kürbis, den wir dann zum Abkühlen stehen ließen.
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(Übrigens war an diesem Tag ein thailändisches Filmteam dabei, um eine Dokumentation über Elephantsworld zu drehen)

Erst mal gab es für uns Mittagessen, und die Elefanten durften ein kleines Schlammbad nehmen.
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Nun ging es für uns an den anstrengendsten Teil des Tages: Bei ca. 36 °C Mittagssonne fuhren wir zu einer nahe gelegenen Bananenplantage, von der wir die Hauptnahrung für die Elefanten abholten. Da Bananenpflanzen nur einmal in ihrem Leben Früchte tragen, stellen viele Bauern die nun nicht weiter nutzbaren Stauden der "Elephantsworld" kostenlos zur Verfügung. Diese wurden gefällt und von uns auf einen Transporter geladen.
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Zurück im Camp haben wir den abgekühlten Reis mit Kürbis noch mit Vitaminpulver versehen und zu Kugeln geformt und dann die zahnlosen Elefanten damit gefüttert. Die waren übrigens ganz schön aufdringlich und wollten immer Essen vom Tisch klauen ;)
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Der Höhepunkt des Tages folgte danach: Baden mit den Elefanten. Diesmal hatten wir wirklich Glück, da wir den ältesten Elefanten bekommen haben: Die Elefantendame „Amber“. Sie schien wirklich eine Wasserratte zu sein und hatte wohl mächtig Spaß immer wieder auf das Kommando des Mahut hin – der sich kugelte vor Lachen – unter zu tauchen und uns dabei von ihrem Rücken abzuwerfen. Wir hatten das Gefühl, dass es ihr nicht unangenehm war uns zu ärgern :D
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Nach dem wir die Elefanten nochmal mit Obst gefüttert haben (wir hatten diesmal wieder die Wasserratte „Amber“), ging der wunderschöne Tag leider viel zu schnell zu Ende.
Es war ein tolles Erlebnis! Wir haben uns zu keiner Zeit unsicher oder von den Elefanten bedroht gefühlt. Ganz im Gegenteil: Der Mahut kennt seinen Elefanten sehr gut und verbringt jeden Tag mit ihm und erkennt somit wie es dem Elefant geht und wie er sich fühlt. Wenn der Mahut merkt, dass sein Elefant nicht gut drauf ist, wird dieser von den restlichen Elefanten und den Touristen für diesen Tag ferngehalten. Dies ist aber auch die einzige Ausnahme für die Elefanten, sich ungehindert auf dem großen Gelände zu bewegen. Übrigens werden die Elefanten abends dann von ihrem Mahut in den Duschgel gebracht und morgens dort wieder abgeholt.
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Viele liebe Grüße
Johannes (+Tanja)

Eingestellt von TanJo 19:40 Archiviert in Thailand Tagged kanchanaburi_elephantworld

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Kommentare

Hallo ihr beiden,
ich weiß gar nicht, wann ich die Neid-Starre überwunden haben werde ;-)
Mein Tiger-Streicheln (danke euch noch mal dafür) war ja nur eine knappe halbe Stunde, und ihr konntet den ganzen Tag mit diesen tollen Elefanten verbringen.
So ein wunderschönes einmaliges Erlebnis, das wird euch sicher ein Leben lang in Erinnerung bleiben!
Ich freu mich schon auf die gesamte Bilderausbeute!
Ganz liebe Grüße
Mama Karin

von Karin

Super tolle Elefantenbilder. Gut dass es dort auch Auffangstationen gibt und einige das Glück haben dorthin zu kommen. Viele Grüße Dani und Willi

von Willi Weber

Ja können wir wirklich nur weiterempfehlen - wenn man die Möglichkeit hat Elefanten mal auf diese Art und Weise näher kennenzulernen :)

Leider gibt es nur wenige solcher Auffangstationen und viele Elefanten müssen nach wie vor unter schlechten Bedingungen für Touristen arbeiten. Haben auch in Ayutthaya Elefanten gesehen, die Kunststücke mit Reifen machen mussten :/

von TanJo

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